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AliceInHell Creation 600x600 559x559Doppelschlag aus der Hölle

Ein höllischer Schrei rüttelt auf und katapultiert einen direkt in den thrashigen Opener „Alice In Hell“. Gleich zwei Alben auf einen Streich erscheinen von ALICE IN HELL durch STF-Records außerhalb Japans. Das Thrash Metal-Trio, das sich 2011 noch als Duo in Tokio gegründet hat, war bislang nur im Land der aufgehenden Sonne aktiv. Aber nicht nur im fernen Osten erfreut sich old school-Thrash Metal seit geraumer Zeit wieder enormer Beliebtheit. Deshalb dürften die Japaner den Geschmack der traditionellen Fans treffen. Kompromisslos orientiert sich die Band an ihren Vorbildern wie MEGADETH, SODOM, EXODUS oder SLAYER gepaart mit einer ordentlichen Portion dreckigem Rock’n’Roll à la MOTÖRHEAD. Und wenn der Bandname (und nicht nicht nur der!) nicht eine gewisse Anspielung an ANNIHILATORS Debüt-Platte aus dem Jahr 1989 ist! Doch trotz all dieser Vorbilder und musikalischer Anlehnungen in ihren Songs zeigen ALICE IN HELL ihre raue Eigenständigkeit.

1. Schlag: "Creation Of The World"

Dieses Debüt-Album „Creation Of The World“ erschien bereits im Jahr 2014. Damals bestand ALICE IN HELL aus Hamadie (Gesang und Gitarre) sowie Von (Schlagzeug). Aus dem Duo wurde erst 2016 mit Mah (Bass) ein Trio. Und so behilft sich das damalige Duo für die Albumaufnahmen mit Gastmusikern am Bass, an der Gitarre und für Backing Vocals. Die Japaner beweisen ihre technische Versiertheit und jede Menge Spaß an der Musik, die mit fast durchweg hohem Tempo zelebriert wird. Nur im Instrumental „The Battle Of Ulster“ schrauben ALICE IN HELL die Geschwindigkeit ein klein wenig zurück. Stattdessen brilliert Sänger und Gitarrist Hamadie mit filigranen Soli.

Inhaltlich geht es auf der Platte hauptsächlich um klischeehafte Metal-Themen aber auch Leben und Tod. Mein Favorit dieses Debüts ist das mitreißende „Cry For War“. Während ich noch benommen vom Höllensound des ersten Albums bin, ziehe ich mir gleich das zweite Album der Japaner rein.

AliceInHell TheFall 600x600 559x5592. Schlag: "The Fall"

Nun zu dritt mit Mah am Bass legen ALICE IN HELL mit ihrem zweiten Album wieder ein thrashiges Schwergewicht vor, das in Sachen Heavyness nun noch ein Stück zulegt. Veröffentlicht wurde „The Fall“ in Japan bereits 2017 und ist im Juli 2018 gemeinsam mit dem Debüt „Creation Of The World“ weltweit außerhalb Japans erschienen. Geprägt von Abwechslungsreichtum, Hamadies unvergleichlicher kehlig rauer Stimme und dem old school-Feeling grooven sich die zehn Songs durch den Körper. Thrash Metal ohne Firlefanz, ohne Kompromisse dafür aber mit viel Hingabe erwartet den Hörer auch auf dieser Scheibe.


Das Eröffnungsriff von „Secret Thunder“ erinnert mich an SLAYER. Ballern die meisten Songs mit viel brachialer Energie, nehmen ALICE IN HELL hier das Tempo etwas zurück, Hamadie brilliert mit einem Gitarrensolo und wieder schlägt das SLAYER-Tribut-Riff mittenrein. Schleppend langsam weiß auch „Eyes All Around“ zu gefallen. Zum Schluss wird mit „Judges“ noch mal richtig aufgedreht.

Die Texte drehen sich um Religion an sich, das Christentum „The Fall“ (Geschichte von Adam und Eva) aber auch germanische Götter. Es ist schon erstaunlich, dass sich eine japanische Band mit dem germanischen Sagenschatz beschäftigt und den Gott des Kampfes und Sieges in „Sign Of Tyr“ besingt.

Alle alten und jungen old school Thrash Metal-Fans können sich auf eine „neue“ Perle in der Szene freuen. Hoffentlich gibt es bald eine Europatournee! In diesem Sinne: thrash `til death!

(STF-Records | VÖ: 04.07.2018 | Genre: Thrash Metal)