| Aus den Trümmern der Terrorgruppe entstanden ... |
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| Geschrieben von Frank | |
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THE BOTTROPS Berlin: Inzwischen weiß es Jeder: Eine neue Band ist am Berliner Punkrockhimmel erschienen. Nach geheimen Konzerten in besetzten Häusern und ersten Auswärtskonzerten gab es eine Web–Single, die schon viel Beachtung fand. Dann erschien das Album, und die Kritik überschlug sich. Genug Gründe also, mit dem Bandvater Johnny Bottrop (Gitarre) und Sänger Bang Bang Benno ein paar Sätze Konversation zu betreiben.Wahrschauer: Erstmal Glückwunsch zu eurem ersten Album. Wie sind die Reaktionen der Leute und der alten TERRORGRUPPE–Fans auf das Album? Johnny B.: Wie bekommt eine Band mit, wie den Leuten das Album gefällt? Einen Großteil des Feedbacks sicher nur über Internet, Emails, Gästebucheinträge oder über MySpace... Das, was die Leute schreiben ist gut und die Plattenkritiken sind super. W: Habt Ihr das Gefühl, dass die Leute euch als neue Band ansehen? W: Bei euren Auftritten spielt Ihr auch Songs der TERRORGRUPPE. Ihr covert sie sozusagen. Warum habt ihr Songs der TERRORGRUPPE im Set? J: Wir haben ein Album draußen und eine Single B – Seite. Das sind 16 Songs. Das ist zu wenig für ein volles Set. Da greifen wir natürlich auf das zurück, was zumindest die Hälfte der Band vorher gespielt hat. Wir versuchen immer Songs einzubauen, die die TERRORGRUPPE nie live gespielt hat. Letzten Sommer zum Beispiel war es “Schnauze, Plautze“. Auch Songs wie “Ich und Du“ oder “Blöd Davor“ hat die TERRORGRUPPE seit 1995 nicht mehr live gespielt. TERRORGRUPPE ist deutsche Punkrockgeschichte! TERRORGRUPPE war auch die Band, mit der Benno in seiner Anfangszeit sozialisiert wurde. B: Eher resozialisiert. W: Dann könnt ihr auch Songs aus Bennos alter Band spielen. W: Warum wollt ihr da politische Texte rein bringen? J: Die Bezeichnung "politische Texte" ist immer schwierig. Im Grunde genommen ist jeder Text, in dem aufgerufen wird auf die Straße zu gehen, nur um dort zu tanzen, schon ein politisches Statement. Es gibt viele Bands, die politische Texte mit dem ausgestreckten Zeigefinger machen. Das ist extrem unsexy. In so eine Schublade wollen wir nicht. Wir wollen rockende, spaßbringende Musik machen, aber diese Musik soll einen Inhalt haben. Die Inhalte liegen auf der Straße. Es geht einfach darum, dass in diesem Zeitalter des Neoliberalismus oder "Turbokapitalismus" die ganze Welt und unsere Lebensumstände immer mehr vereinnahmt werden. Ob das der Tropenwald ist, das Trinkwasser oder ein ehemaliges besetztes Haus in Berlin-Friedrichshain. Das alles wird immer mehr zum Gegenstand von Geschäftemacherei einiger weniger, meist privater Anteilseigner auf Kosten der großen Mehrheit. Es geht um solche Sachen wie die Aneignung von Genpatenten oder um Trinkwasserrechte. Das sind Sachen, die früher jedem Menschen frei zu Verfügung standen. Diese Sachen werden zum Gegenstand, zum Spielball der Händler, Käufer und Verkäufer. Das ist das Thema, das sich durch das erste Album zieht. W: Was kann man dagegen tun? J: Das Wichtigste ist, das man es erst einmal ausspricht! Es gibt natürlich Bands im Bereich Polit–Hardcore, aber die sind in so einer kleinen Nische, dass sie kaum einer hört. Bands, die Aussagen mit garagiger, grooviger Musik verbinden gibt es hierzulande kaum. W: War das nicht schon immer so? J: Punkrock ist leider auch Mainstream geworden. Die Top Ten der Bands, die so was wie Punkrock spielen, haben fast nur noch belanglose Liebeslieder. W: Glaubt Ihr, dass viele Bands von der Entwicklung in den letzten Jahren überrollt worden sind? Also textlich und musikalisch nicht mehr mithalten können? J: Ich hab das Gefühl, dass viele Leute, die Musik hören oder Musik machen in so einer Art Bewusstlosigkeit feststecken. Viele Menschen stecken schon viel zu sehr in diesem Schema “Kaufen, Verkaufen, sich selber verkaufen und sich selber anbieten“ drin, dass sie nicht mehr mitbekommen wie weit ihre Rechte und Ansprüche ausverkauft und dadurch eingeschränkt werden. W: Wollt ihr diese Meinung auch mit eurem Newsletter verbreiten? Ihr habt z.B. auf den Film “Der große Ausverkauf“ aufmerksam gemacht oder als der G8–Gipfel war, den Leuten die Info gegeben, dass sie mal auf Indymedia schauen sollen. J: Wenn es aktuelle Ereignisse sind, wo wir es für richtig halten was zu sagen, dann tun wir das auch. Unser Newsletter soll aber in erster Linie über die Band informieren. B: Wenn man die Möglichkeit hat, dass Leute einem zuhören, dann kann man diese Leute auch auf etwas hinweisen. Das ist auch der Grund warum wir das, was wir machen so machen. Wir wollen Sachen kommunizieren, die uns am Herzen liegen. W: Wie kamt ihr zu eurem Sound? Wie hat sich der entwickelt? J: Die ersten Songs sind eindeutig vom Sound dominiert, den wir bei der TERRORGRUPPE hatten. Je mehr die Band zusammenwuchs, desto mehr wurde der Sound eigenständiger. Unsere CD ist somit eine Art akustische und textliche Entstehungsgeschichte der Band. Wir haben zwischendurch immer Aufnahmen gemacht. Es ist eine CD, die teilweise unter widrigsten Umständen im Proberaum aufgenommen wurde. W: Erzählt mal - wie waren die bisherigen Konzerte für euch? B: Am Anfang war es ganz schwer. Es wird aber kontinuierlich besser. Es macht mir persönlich sehr viel Spaß auf der Bühne zu stehen. J: Mit Benno geht auf der Bühne die Sonne auf! W: Wie ist es mit den Veranstaltern, sind die auf euch zugegangen oder musstet ihr auf die zugehen? Nehmen die euch als eigene Band wahr? J: Die ersten Anfragen kamen immer von Clubs, die gar nicht THE BOTTROPS haben wollten, sondern die "(EX-)TERRORGRUPPE". Da mussten wir leider oft drauf hinweisen, dass wir eine eigenständige Band sind. Mittlerweile ist das vorbei...
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