LIVE: THE BUSTERS
Geschrieben von: Frank   
Montag, den 07. März 2011 um 17:35 Uhr

Buster2The same procedure than last year? The same procedure than every year: THE BUSTERS !


Berlin/ 22.01.2011, im SO36: Wie auch in den Jahren zuvor waren THE BUSTERS  aus Wiesloch in den ersten Monaten des neuen Jahres unterwegs, um warme Ska-Musik in winterkalte Herzen zu bringen.  Man traf also viele bekannte Gesichter wieder, lernte neue Leute kennen und hatte gemeinsam 'ne Menge Spaß.


Bevor es ins Kreuzberger SO36 ging, fuhr uns die U-Bahn eine Station weiter in den Nachbarbezirk Neukölln. Denn dort, im (vielleicht) ältesten Kino Deutschlands, wurde eine einmalige Vorführung gestartet. THE BUSTERS luden bei Sekt und Bier ein, ihre Bandbiographie auf Leinwand anzusehen und davor und danach mit ihnen zu plaudern. In kluger Voraussicht, dass es voll werden könnte, weil selbst der Saal 1 des Moviemento nicht riesig ist, besorgten wir uns im Vorverkauf die Karten. Im engen Foyer wurden die besagten leicht alkoholischen Getränke gereicht, während das anwesende Publikum wartete, in den Saal zu kommen und sich nicht gegenseitig auf die Füße zu treten. Als dann endlich Platz genommen werden konnte, wunderte ich mich schon schwer, dass mindestens noch 20 Plätze frei waren, die auch frei blieben. So was besonderes und nicht ausverkauft? Zwar wurde für die Vorstellung nur auf der Homepage des Kinos und der Bandpage der BUSTERS dafür Werbung gemacht sowie im Newsletter der Band, aber braucht es mehr? Schließlich kommen in Berlin 600-800 Leute zu der Band, wenn sie live spielt. Dagegen erscheint es mir seltsam, dass kaum 40 Leute kamen, die den Film sehen wollten.


Vor der Vorstellung gab es noch drei Songs in akustischer Version in die Ohren. War klasse zu hören, dass die Band auch ohne Strom gut klingt, eben ohne perfekte Bedingungen wie bei der "Double Penetration unplugged". Die Schauspielerin Katharina Wackernagel sang das letzte Lied mit Ron zusammen im Duett. Natürlich war "Resiste" eins der Stücke, den die BUSTERS für den Film "Resiste - Aufstand der Praktikanten" aufgenommen hatte. Der Song ist exklusiv nur auf der Soundtrack-CD zum Film zu hören, oder eben an diesem Abend im Moviemento.
Danach gab es Kino.


Nach der Vorstellung ging es schnurstracks ins SO36, wo die Türen schon offen waren und man sich zu den tanzbaren Klängen von DJ Bela schon mal eingrooven konnte. An diesem Abend spielten nur THE BUSTERS. DJ Bela verstand es bis zum Beginn der Band ein Set hinzulegen, welches eine freudige Stimmung in den Saal brachte und das anwesende, relativ alte Publikum, in Tanzstimmung brachte.
Ein paar Minuten nach 21 Uhr betrat die Gruppe aus Wiesloch dann die Bühne. Der Saal war inzwischen gut gefüllt, mit 500 - 600 Leuten. THE BUSTERS begannen mit einem sehr alten und mir auch nicht gleich bekannten Song, nämlich "Under Cover" (von der "Couch Potatoes" von 1989). Ein relativ ruhiges Stück. Als dieses dann vorbei war und man seine Glieder warm getanzt hatte, ging es in schnellerem Tempo weiter. Der Saal verwandelte sich im Laufe der ersten halben Stunde mehr und mehr zu einer skankenden, springenden und tanzenden Masse. Die Setliste wies insgesamt nicht so viele sehr schnelle Ska-Songs auf wie in den letzten Jahren, was aber nicht hieß, dass weniger getanzt wurde. Es wurden einige Lieder gespielt die schon länger nicht mehr live präsentiert wurden, wie eine geänderte Version von "Ernst", "Rosita" oder auch "Allora Ragazzi".


Insgesamt wurden dieses Mal viele ältere Schinken gespielt, was besonders Leuten, die schon Jahre dabei sind, gefiel. Allerdings haben sicher einige Gäste auch den einen oder anderen Song vermisst. In meinen Augen war die Setliste aber sehr gut, da sie Abwechslung von den letzten Jahren bot und mehr den "Spirit of the Ska" transportierte. Die in den letzten Jahren teilweise sehr ausufernd gespielten Battles der Bläserfraktion waren dieses Mal kaum zu sehen, nur Trompeter Hardy präsentierte einige sehr eindrucksvolle Solis.
Sänger Ron hielt sich ebenfalls zurück, was vielleicht aber auch daran lag, dass er augenscheinlich etwas angeschlagen war – im Kino war eine leichte Heiserkeit nicht zu überhören. Trotzdem gaben THE BUSTERS voll Stoff und ließen den Saal gute zwei Stunden ordentlich tanzen. Als sie sich mit dem selten gespielten Song "Busterland" verabschiedeten, war kaum einer im Publikum noch in der Lage "Zugabe" zu rufen, da man froh war, ein bisschen Luft schnappen zu können.

 

DJ BELA legte dann noch zwei Stunden auf, um auch die letzten Tanzwütigen zu erledigen.
Es war wieder ein klasse Konzert der wohl besten Skaband Deutschlands. Die Mühe, die sich die Jungs im Moviemento gemacht hatten war mehr als nur eine nette Geste. Ich selber war nach dem Konzert vollkommen durchgeschwitzt, fertig und glücklich.


Vielen Dank!